Luftfahrt: Gewerkschaft vida kritisiert 600-Euro-Hungerlöhne für Wizz Air-Personal | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Luftfahrt: Gewerkschaft vida kritisiert 600-Euro-Hungerlöhne für Wizz Air-Personal

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Wien (OTS) – Heute hat das Luftfahrt-Onlineportal „Aviation.Direct“ ([https://www.aviation.direct/] (https://www.aviation.direct/)) die aktuellen Gehälter der Wizz Air-FlugbegleiterInnen veröffentlicht. Die Gehälter von am Flughafen Wien stationierten MitarbeiterInnen sollen nur knapp über 600 Euro netto im Monat betragen. „Selbst brutto liegen diese Gehälter mit rund 756 Euro unter der Mindestsicherung. Wizz Air spielt damit genauso wie der Ryanair-Konzern mit dem Schicksal vieler Menschen und nutz die Corona-Pandemie auf schamloserweise Weise aus“, ist Daniel Liebhart, Vorsitzender des Fachbereichs Luftfahrt in der Gewerkschaft vida, empört und fordert erneut einen Branchenkollektivvertrag als Mindestschutz für das Bordpersonal in Österreich und um das vielzitierte „Blutbad“ unter den Airlines am Flughafen Wien zu verhindern. „Die Politik darf nicht mehr wegschauen und muss ausbeuterischen Airlines endlich einen Riegel für faire Spielregeln und Arbeitsbedingungen vorschieben“, bekräftigt der vida-Gewerkschafter.

„Angesichts dieser Fülle an Schreckensmeldungen über ausbeuterisches Verhalten von Billigfluglinien wie Laudamotion, Ryanair und WizzAir gegenüber ihrem Personal besteht akuter Handlungsbedarf seitens der Politik. Sonst besteht die Gefahr, dass diese menschenverachtenden, unmoralischen Sitten und existenzgefährdenden Gehälter zur neuen Normalität in Österreich werden“, warnt Liebhart. Seit Jahren warnen wir vor der Ausbreitung derartiger Hungerlöhne am Flughafen Wien. Eine solche Lohnpolitik gefährdet schon jetzt hunderte Existenzen, kritisiert der vida-Gewerkschafter.

„Seit Jahren fordern wir vom Sozialpartner Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) einen Branchenkollektivvertrag ein, um einen Mindestschutz für das fliegende Personal in Österreich sicherzustellen. Absolut nichts ist bisher seitens der WKÖ passiert, um das Problem in den Griff zu bekommen. Ganz im Gegenteil, der Dumpingwettbewerb am Flughafen Wien hat immer wieder aufs Neue Hochkonjunktur“, kritisiert Liebhart.

Alleine diese Woche deckten „Profil“ und „ORF“ dubiose Geldtransporte von Laudamotion quer durch Europa auf, gestern wurden Berichte über selbstständige PilotInnen und FlugbegleiterInnen bekannt, die es eigentlich aufgrund der Organisationsstrukturen der Airlines gar nicht geben dürfte. Zeitgleich seien der Gewerkschaft Ryanair-Gehaltszettel vorgelegt worden, mit abgebildeten Monatslöhnen von unter 500 Euro und heute berichtet „Aviation.Direct“, dass Wizz Air den FlugbegleiterInnen nur knapp 600 Euro pro Monat bezahlt. „Das langjährige Wegschauen gefährdet jetzt hunderte Existenzen! Wir fordern alle politisch Verantwortlichen auf, die Scheuklappen abzulegen, und nicht mehr an diesem skrupellosen Dumpingwettbewerb vorbei zu schielen. Gegen diese Machenschaften ist mit aller Härte vorzugehen. Den ausbeuterischen Airlines ist endlich ein Riegel vorzuschieben“, fordert Liebhart.

Derartige Entwicklung gehen mittlerweile nicht nur zu Lasten der direkt betroffenen ArbeitnehmerInnen, sondern würden auf den Rücken aller ÖsterreicherInnen ausgetragen werden: „Wenn Bargeld außer Land geschafft wird und eventuell die Umsatzsteuer nicht korrekt abgeführt wurde, wenn Sozialversicherungsbeiträge von Hungerlöhnen unterhalb von Kollektivvertragslöhnen nicht geleistet werden oder nur sehr niedrig ausfallen, dann leiden darunter die Allgemeinheit, das gesamte österreichische Staatsgefüge“, kritisiert Liebhart.

Weiters würden derzeit die Karten am Flughafen Wien durch die Corona-Pandemie neu gemischt werden. Seriöse Airlines fänden keinen fairen Wettbewerb mehr vor und würden dazu gezwungen, „genauso so unmoralisch wie die Billigkonkurrenz zu agieren oder sich stückweise aus dem Markt zurückzuziehen. Beides hat fatale Folgen für die österreichische Volkswirtschaft und für den Wohlstand. Die Gefahr wäre groß, dass sich andere Branchen ein Beispiel nehmen“, warnt Liebhart und fordert, „dass nun rasch gehandelt werden muss, damit das ‚Blutbad‘ am Flughafen Wien nicht nur jene Airlines überleben, welche die ArbeitnehmerInnen mit Hungerlöhnen abspeisen!“

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