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FSG Landeskonferenz Wien

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Wien (OTS) – Im Rahmen der turnusmäßigen Landeskonferenz der FSG Wien kamen am 2. September 2020 wichtige VertreterInnen der Stadt Wien, der Sozialpartnerschaft sowie der FSG Wien zu Wort.

Der gemeinsame Appell an die Bundesregierung ist eindeutig: Es bedarf eines groß angelegten Maßnahmenkatalogs seitens der Bundesregierung in der Bekämpfung der Rekordarbeitslosigkeit.

Bürgermeister Dr. Michael Ludwig betonte einmal mehr, dass die Wiener Sozialdemokratie an der Seite der FSG Wien, Arbeiterkammer und des ÖGB stehe. „In Zeiten von Rekordarbeitslosigkeit gibt es nichts Wichtigeres, als sich für ArbeitnehmerInnenrechte, eine aktive Arbeitsmarktpolitik und schnelle Corona-Hilfsmaßnahmen einzusetzen!“ Gemeinsam fordere man eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes von 55 Prozent auf 70 Prozent Nettoersatzrate, Überbrückungshilfen für AlleinerzieherInnen und ein Konjunkturpaket, um die Kaufkraft zu stärken und die Wirtschaft anzukurbeln.

AK-Präsidentin Renate Anderl bekräftigte vor allem in der Krise für die arbeitenden Menschen da zu sein. Die Corona-Krise habe viele Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten aufgezeigt, manche Probleme sogar verstärkt: „Wenn ich zum Beispiel an die Lage der Frauen denke:
Homeoffice, Haushalt, Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen – das alles lastet wieder auf unseren Schultern, als wären wir um Jahrzehnte in der Zeit zurückgeschleudert worden.“ Die Arbeiterkammer werde darauf schauen, dass die Krise nicht genutzt wird, um Rechte abzubauen oder Leistungen zurückzufahren. Sie wird den ArbeitnehmerInnen wieder Zukunftsaussichten geben. Oberste Priorität sei dabei die Senkung der Arbeitslosigkeit. „Zwei wesentliche Hebel dafür sind: 650 zusätzliche MitarbeiterInnen für das AMS, damit Arbeitslose rascher und besser vermittelt werden können. Und die bessere Aufteilung der vorhandenen Arbeit – Stichwort Arbeitszeitverkürzung“, so Anderl.

ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian vermisst seitens der Bundesregierung vor allem Hilfe für ArbeitnehmerInnen und Menschen, die ihre Arbeit verloren haben. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit müsse die oberste Priorität sein: „Die geplante Arbeitsstiftung ist zwar schön und gut, dass aber darüber hinaus offenbar keine Maßnahmen geplant sind, ist enttäuschend. Qualifizierungsprogramme für Ältere fehlen völlig und auch für Lehrlinge sind scheinbar überhaupt keine Maßnahmen geplant.“ Das sei aber aus der Sicht Katzians dringend notwendig, im Herbst fehlen 10.000 Lehrstellen. Wenn hier nicht rasch gehandelt werde, gehe eine ganze Generation verloren, während gleichzeitig ein Fachkräftemangel beklagt werde, so Katzian.

Katzian weiter: „Hier besteht sofortiger Handlungsbedarf, sonst werden wir noch jahrzehntelang damit beschäftigt sein, die Folgen auszubügeln. Auch die HeldInnen der Krise sind wohl leider schon wieder vergessen – einmal mehr lässt der Bundeskanzler in seiner Rede den Corona-Tausender unerwähnt. Jene, die in der Krise gelaufen sind, müssen immer noch mit Applaus und schönen Worten auskommen. Das haben sie sich nicht verdient!“

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