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Fenninger: Verheerende Arbeitslosenzahlen verringern Zukunftschancen

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Wien (OTS) – Die aktuellen Rekordarbeitslosenzahlen im Zuge der Corona-Maßnahmen sind für die Betroffenen verheerend – nicht zuletzt für die überdurchschnittlich häufig betroffenen jungen Menschen. „Die Erhöhung des Arbeitslosengeldes von derzeit 55 auf mindestens 70 Prozent der Nettoersatzrate ist daher längst überfällig, um die Lebensgrundlagen der Menschen zu erhalten“, appelliert Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich angesichts der veröffentlichen Mai-Arbeitslosenzahlen des Arbeitsmarktservice (AMS) an die Regierung.

Im internationalen Vergleich hat Österreich mit 55 % eine der niedrigsten Nettoersatzraten bei Arbeitslosigkeit und liegt sogar weit unter dem OECD-Durchschnitt von 63 Prozent. Die Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf 75 Prozent würde in Österreich laut Arbeiterkammer Kosten von rund 200 Millionen Euro (inkl. SV-Beiträge) pro Monat verursachen. „Koste es, was es wolle, das war das Motto der Bundesregierung. Eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes würde den Menschen aber gezielt helfen, die SV-Beiträge erhöhen, die Wirtschaft stimulieren und sich durch mehr Steuereinnahmen auch bis zu einem Fünftel selbst finanzieren.“, so Fenninger.

Die Arbeitsmarktdaten von Mai 2020 zeigen einen Anstieg an arbeitslosen Menschen gegenüber dem Vorjahr von rund 174.000 Betroffenen, das ist ein Plus von 50,7 Prozent. Junge Menschen sind dabei überdurchschnittlich häufig von Arbeitslosigkeit betroffen, so besteht ein Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit von 38% seit Mai 2019.

Rekordarbeitslosigkeit und damit einhergehende finanzielle Sorgen verhindern den Aufbau eines stabilen, eigenständigen Lebens der Jugendlichen. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren machten im Jahr 2019 etwas mehr als ein Fünftel (21% bzw. 303.000 Personen) aller Armuts- und Ausgrenzungsgefährdeten aus. Das Risiko sozialer Ausgrenzung lag für ihre Altersgruppe mit 19% sogar über dem Risiko der Gesamtbevölkerung.

„Die Regierung muss daher rasch armutsfeste soziale Absicherung gewähren, um dauerhafte Armut und Langzeitarbeitslosigkeit zu verhindern“, hält Fenninger fest. „Die Corona-Krise darf nicht zulasten der jüngsten und ärmsten unserer Gesellschaftsmitglieder gehen, sondern muss durch sozial nachhaltige Maßnahmen abgefedert werden“, fordert Fenninger von der Bundesregierung.

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