„kreuz und quer“ über „Die heiligen Steine Polynesiens“ und „Hexenjagd“ | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

„kreuz und quer“ über „Die heiligen Steine Polynesiens“ und „Hexenjagd“

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Wien (OTS) – „kreuz und quer“ reist am Dienstag, dem 2. Juni 2020, ab 22.35 Uhr in ORF 2 zunächst nach Polynesien und macht sich auf die Suche nach dem Geheimnis der „heiligen Steine“. Um 23.25 Uhr geht es mit einer „Hexenjagd“ weiter.

„Die heiligen Steine Polynesiens“ (22.35 Uhr, ORF 2)

Steine haben in der Jahrtausende alten Kultur Polynesiens eine besondere Bedeutung erlangt. Aus ihnen wurden die Abbilder der Geister der Ahnen geformt, sie galten als Bewacher heiliger Orte und waren die Beschützer der Familie. Steine dienten als Baumaterial für die Maraes, wichtige Stätten für Kultur und religiöse Zeremonien. Mit der Kolonialisierung und Christianisierung Polynesiens durch die europäisches Seefahrernationen im 18. Jahrhundert verschwanden die Maraes unter Schutt und Erde. Heute machen sich Einheimische gemeinsam mit Archäologinnen und Ärchäologen sowie Historikerinnen und Historikern daran, die steinernen Botschaften ihrer Vorfahren zu entschlüsseln und archaischen spirituellen Vorstellungen auf den Grund zu gehen.

Woher die Maohi, so der Name der ursprünglichen indigenen Bevölkerung Polynesiens, genau kamen, ist wissenschaftlich bis heute nicht eindeutig geklärt. Früheste Funde lassen vermuten, dass die ersten Siedler bereits 1.500 v. Chr. in speziell angefertigten Holzkatamaranen von Westen her einige der Inseln erreichten. Die Maohi glaubten an „Mana“. Es bezeichnet eine spirituelle Macht, die gleichermaßen die jenseitige Welt der Götter und Ahnen als auch die diesseitige Welt des täglichen Lebens durchdringt und miteinander untrennbar verbindet.

Die einzelnen Maohi-Clans verfügten jeweils über eine eigene „Marae“, einen meist rechteckigen, eingefriedeten Platz aus Steinen. Je nach gelebter Inselkultur erhoben sich darauf auch Steinstatuen von Göttern und verdienstvollen Ahnen. Maraes dienten weltlichen und religiösen Feiern und Zusammenkünften, sie waren Orte des Lernens und Erinnerns.

Die Dokumentation zeigt, wie Einheimische – die meisten sind heute Christen – gemeinsam mit Archäologinnen und Archäologen, Historikerinnen und Historikern und Ethnologinnen und Ethnologen die Inseln ihrer Ahnen aufsuchen, um die alten Stätten zu finden und zu deuten. Der Film von Elaine Koller zeigt eine neue spirituelle Verständigung zwischen den Polynesiern des 21. Jahrhunderts mit den Maohi, die einst mit ihren Katamaranen zu unbekannten Ufern aufbrachen.

„Hexenjagd“ (23.25 Uhr, ORF 2)

Verfolgt, gefoltert, hingerichtet – weil sie angeblich Hexen sind. Dieses Schicksal trifft Tausende – Frauen, Männer, Kinder. Wie konnte es dazu kommen? In Ravensburg werden an einem Abend im Oktober 1484 zwei junge Frauen zum Scheiterhaufen gebracht. Sie sollen Hexen sein. Die beiden sind rechtskräftig verurteilt – wegen gefährlicher Hexerei und Buhlschaft mit dem Teufel – „zu brennen, bis ihre Seele frei ist“. Unter der Folter haben die Frauen gestanden. Nun erwartet sie ein grauenvoller Tod. Beide Frauen gehören zu den frühen Opfern einer unheilvollen Entwicklung, die bald ganze Landstriche erfasst – der Hexenverfolgung. In den folgenden 200 Jahren werden mehr als 50.000 Menschen in Europa verfolgt, gefoltert und hingerichtet, weil sie angeblich Hexen sind.

Hexen werden als Sündenböcke verantwortlich gemacht für Hungersnöte, Naturkatastrophen, Krankheiten, Seuchen oder andere Unglücke. Zehntausende fallen den Hexenprozessen zum Opfer. Fast alle, die angezeigt und verhört werden, gestehen unter Folter, Hexen zu sein – und denunzieren auch andere. So entwickelt die Hexenverfolgung eine unaufhaltsame Dynamik. Ganze Familien landen auf dem Scheiterhaufen. In vielen Gemeinden hört die Verfolgung erst auf, als die Hinrichtungswellen zu schweren wirtschaftlichen und sozialen Problemen führen.

Der Film von Roland May begibt sich auf die Spuren der Täter wie auch der Opfer und zeigt mit Spielszenen aus dem Wirken und Schicksal der Protagonistinnen und Protagonisten, wie aus braven Bürgerinnen und Bürgern Folterknechte und Mörder wurden.

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