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f.eh live im Talk: Vielfältige Ernährung & Sport fördern diverses Mikrobiom

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Wien (OTS) – Das Mikrobiom ist die Gesamtheit aller Mikroorganismen im Körper, die vielschichtig mit dem Körper interagieren. Wenngleich genetisch beeinflusst, kann es wesentlich durch Ernährung, Bewegung und Lebensstil modifiziert werden. Die beiden Experten der Medizinischen Universität Graz appellierten dementsprechend beim fünften „f.eh live im Talk“, sich abwechslungsreich zu ernähren, ausreichend zu bewegen und auf das Gewicht zu achten, da Normalgewichtige die höchste Diversität im Mikrobiom aufweisen. Sie sprachen mit Dr. Marlies Gruber, Geschäftsführerin des forum. ernährung heute (f.eh), zum Thema „Corona und das Mikrobiom“ zudem über Auswirkungen auf das Mikrobiom durch soziale Isolation.

Beim „f.eh live im Talk“ diskutiert das f.eh wöchentlich mit Experten Auswirkungen der Corona-Krise auf Essen, Gesundheit und Lebensstil. Die nächste Veranstaltung findet am 4. Juni 2020 um 16:00 Uhr statt. Über „Genuss in der Krise: Die Psychologie beim Essen“ unterhält sich Dr. Marlies Gruber mit Univ.-Prof. Dr. Arnd Florack vom Institut für Arbeits-, Wirtschafts- und Sozialpsychologie der Universität Wien. Sie beleuchten emotionale Aspekte des Essens und wie es generell ums Genießen steht.

Fünftes Webinar: Ernährungsumstellung wirken sich rasch auf Mikrobiom aus

„Studien belegen, dass sich Ernährungs- und Umgebungsumstellungen sehr rasch auswirken, etwa bei Menschen, die von Europa nach Ostasien reisen. In nur wenigen Tagen gab es deutliche Änderungen bei der Zusammensetzung des Mikrobioms“, so Univ.-Prof. Dr. Peter Holzer vom Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie. „Das heißt aber nicht, dass das Mikrobiom labil ist. Denn nach der Rückkehr stellt es sich schnell um und passt sich wieder der früheren Zusammensetzung an.“ Wichtig sei vor allem, so Priv.-Doz. DDr. Sabrina Mörkl von der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin, dass es eine große Vielfalt im Mikrobiom gibt. „Jedes Probiotikum ist nur so gut, wie die Unterlage, auf die es fällt. Soll heißen: Hintergrund von Supplementen sollte immer auch eine gesunde Ernährung sein.“ Erfreulich ist für die Experten daher, dass Studien ein insgesamt ausgewogeneres und frischeres Essen während der Corona-Krise belegen.

Die Corona-Krise und der Shutdown haben sich auch auf das Mikrobiom allerdings nicht nur positiv ausgewirkt, so die Experten. „Die Diversität im Mikrobiom wird sich verringert haben und das Immunsystem hat weniger Training durch Sozialkontakte und Bewegung gehabt. Wenn wir diese Aspekte einschränken, haben wir eine veränderte Immunantwort. Daher ist es sicher zuträglich, in nächster Zeit wieder mehr Sozialkontakte zu haben, rauszugehen und Sport und die Natur zu genießen“, unterstreicht Mörkl. Erste Ergebnisse einer Studie zu den Auswirkungen der Pandemie zeigen auch, dass Ängstlichkeit und Depressivität steigen. Kompensationsmechanismen durch die Ernährung wirken sich wiederum auf das Mikrobiom und die Gesundheit aus.

Diversität im Mikrobiom beeinflusst auch das Gehirn

Der aktuelle Forschungsstand zum Mikrobiom lässt noch keine Aussagen über die Kausalzusammenhänge mit den Vorgängen im Gehirn oder gar therapeutische Konsequenzen bei psychiatrischen Erkrankungen zu. „Bekannt ist, dass es eine sehr komplexe Informationsmaschinerie zwischen Darm und Gehirn gibt und es in beide Richtungen geht“, betont Holzer. „Aber es gibt zum Beispiel Hinweise, dass Signale aus dem Darmmikrobiom ins Hirn gelangen und dort Funktionen, Stimmungslagen und auch Lernen und Gedächtnis beeinflussen. Und es gibt eine Vielzahl an metabolisch aktiven Mikroben, die auf das Immunsystem, Darmhormone und Nerven einwirken, selbst ins Blut gelangen und somit Funktionsänderungen herbeiführen können.“

Auch mit der Psyche wurden bereits Korrelationen nachgewiesen, wie Mörkl sagt: „Leidet ein Mensch an psychischen Krankheiten, geht das meist mit einem inneren Artensterben, also einer niedrigen Vielfalt im Mikrobiom einher. Man kann also von einem Dreieck aus Ernährung im Alltag, psychischer Befindlichkeit und dem Darmmikrobiom sprechen.“

Nicht empfehlen würden die Experten Darmreinigungen. „Wir können aktuell anhand wissenschaftlicher Evidenz keinen großen Nutzen daraus ableiten. Der Darm ist natürlich ausgerichtet, sich selbst zu reinigen. Wichtiger ist eine Ballaststoff-reiche Ernährung“, so Mörkl.

Weitere Veranstaltungen: Die Psychologie beim Essen

4. Juni 2020, 16:00 Uhr: Über „Genuss in der Krise: Die Psychologie beim Essen“ unterhält sich Dr. Marlies Gruber mit Univ.-Prof. Dr. Arnd Florack vom Institut für Arbeits-, Wirtschafts-und Sozialpsychologie der Universität Wien. Sie beleuchten emotionale Aspekte des Essens und wie es generell ums Genießen steht.

Um am Livestream teilnehmen zu können, ist eine Anmeldung per Mail an Elisabeth Sperr ([es@forum-ernaehrung.at] (mailto:es@forum-ernaehrung.at)) erforderlich. Die Teilnahme am Webinar ist jedoch kostenfrei und steht auf der Seite [forum-ernaehrung.at/live-im-talk]
(https://www.forum-ernaehrung.at/live-im-talk/) zur Nachschau.

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