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IV-NÖ-Präs. Salzer: „Betriebe brauchen Wachstum, um Krise zu überstehen“

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Wien/St. Pölten (OTS) – Die letzten Wochen haben gezeigt, dass die niederösterreichischen Industriebetriebe auch in Krisenzeiten weiterproduzieren und das Land somit am Laufen halten. „Auch, wenn sich der Alltag für viele Menschen nun schrittweise normalisiert, wird die Industrie noch lange mit den Spätfolgen der Coronakrise zu kämpfen haben“, sagt Thomas Salzer, Präsident der Industriellenvereinigung Niederösterreich (IV-NÖ). In einer aktuellen Umfrage unter den Mitgliedsbetrieben der IV-NÖ sprechen sich mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (51%) für eine Verlängerung der Kurzarbeit bis zumindest Jahresende aus.

ZT: Krise trifft viele Branchen zeitverzögert

Viele Branchen, allen voran die Bauindustrie, rechnen damit, dass sie die schlimmsten Folgen der Krise erst zeitverzögert zu spüren bekommen werden. „Eine Ausdehnung des jetzigen Kurzarbeit-Modells, das drei plus drei weitere Monate vor-sieht, wird nicht ausreichen. Es braucht eine Verlängerung über das Jahr 2020 hin-aus“, so Salzer. Auch der bürokratische Aufwand für die Abwicklung der Kurzarbeit müsse minimiert werden. Derzeit setzen 71 Prozent der Industriebetriebe auf Kurz-arbeit, um die aktuellen Produktions- und Auftragsausfälle zu kompensieren und Arbeitsplätze abzusichern.

ZT: Wachstum durch Investitionen und Innovationen fördern

Besonders alarmierend ist laut Umfrage, dass 79 Prozent der Unternehmen ihren Investitionsplan aufgrund der Coronakrise ändern müssen. Als häufigste Gründe nannten sie die massiven Nachfrageeinbrüche, die Verfügbarkeit von Eigenkapital oder Baustopps. „Das Ausbleiben der Investitionen hat jedoch schwere Langzeitfolgen, denn es braucht ein investitionsgetriebenes Wirtschaftswachstum, um diese Krise möglichst gut und nachhaltig zu überstehen“, erklärt Salzer.

Die Umfrage hat auch gezeigt, dass 32 Prozent der Unternehmen die Krise als Impulsgeber für neue Produkt- und Leistungsentwicklungen sehen. 23 Prozent der Unternehmen wollen ihre Forschungs- und Innovationsaktivitäten sogar verstärken, während sich 22 Prozent gezwungen sehen, ihre F&E-Aktivitäten reduzieren zu müssen. „Die Unternehmen brauchen daher Anreize wie einen Investitionsfreibetrag für digitalisierungs- und umweltfördernde Projekte“, fordert Salzer.

Aus Sicht der Industrie sei es jedenfalls zu begrüßen, dass es ergänzend zum Konjunkturpaket der Bundesregierung bis zum Herbst auch gezielte Unterstützungsmaßnahme auf Landesebene geben soll. „Die Wirtschaft muss möglichst rasch wieder angekurbelt werden. Für dieses Comeback brauchen die Betriebe Unterstützung auf mehreren Ebenen“, so Salzer.

ZT: Betriebe brauchen den Weltmarkt

Der aktuelle Nachfrageeinbruch ist auch auf die weltweite Krisensituation zurück-zuführen. Knapp jeder zweite NÖ Industriebetrieb rechnet mit bis zu 25 Prozent weniger Exporttätigkeiten. Jedes zehnte Unternehmen geht sogar davon aus, dass die Exporte um 75 bis 100 Prozent einbrechen werden. „Das ist eine alarmierende Entwicklung, wenn man daran denkt, wie viele Arbeitsplätze in Niederösterreich am Export hängen“, so Salzer. Die Coronakrise sei zwar auch eine Chance, um die Produktion wieder zurück nach Europa und Österreich zu holen. Trotzdem wäre die Auflösung von Handelsbeziehungen für ein kleines Land wie Österreich fatal, denn: „Der Schlüssel für den Erfolg der niederösterreichischen Industriebetriebe ist, dass sie für den Weltmarkt produzieren“, so Salzer.

Befragungsmethode:
An der Befragung haben 68 Mitgliedsunternehmen der IV-NÖ im Zeitraum von 6. bis 11. Mai 2020 teilgenommen. Das Sample setzt sich aus Unternehmen unterschiedlicher Größe zusammen: 25 % < 100 Mitarbeiter, 25 % mit 100-250 MA, 21 % 250-500 MA, 13 % 500-1.000 MA, 16 % > 1.000 MA. Mehr als jedes vierte befragte Unternehmen (27 %) stammt aus der Metalltechnischen Industrie, die auch die größte Branche innerhalb der NÖ Industrie ausmacht.

Pressefotos und Grafiken unter:
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