Hebein/Reiter: Knapp 100 neue Bäume für Neubau | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Hebein/Reiter: Knapp 100 neue Bäume für Neubau

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Wien (OTS) – Heute veröffentlichten Vizebürgermeisterin Birgit Hebein und Neubaus Bezirksvorsteher Markus Reiter die umfassenden Begrünungspläne mit fast 100 neuen Baumpflanzungen in Wien Neubau, die bereits heuer im Jahr 2020 realisiert werden sollen. Die Bäume werden dort gepflanzt, wo sie die stärksten Auswirkungen auf das Mikroklima im Bezirk haben. Mit einer Simulation der Stadtklimatologen von Weatherpark und DnD wurde das genau berechnet. „Gerade in Zeiten in denen unser Leben so drastisch eingeschränkt ist, wird uns die Bedeutung des Zuhauses, der Wohngegend und des Grätzls noch viel bewusster. Die Klimakrise macht keine Pause, es wird uns auch dieses Jahr ein sehr heißer Sommer bevorstehen. Deshalb ist es umso wichtiger, den öffentlichen Raum vor unserer Haustüre so zu gestalten, dass die Menschen in Wien genug Platz zum Abkühlen haben. Gemeinsam mit den Bezirken müssen wir zielgerichtet und rasch handeln, um unsere Stadt nicht der Hitze zu überlassen“, so Vizebürgermeisterin Birgit Hebein.

Kühle Zone Neubau auf fundierten Analysen aufgebaut

„Mit knapp 100 zusätzlichen Bäumen am Neubau leisten wir unseren Beitrag gegen die Klimakrise, sorgen wir für eine spürbare Abkühlung im Sommer und für mehr Lebensqualität für die BewohnerInnen. Neubau ist einer der dichtest verbauten Bezirke Wiens mit nur 3% öffentlichen Grünanlagen. Für die Umsetzung der ‚Kühlen Zone Neubau‘, benötigen wir fundierte Analysen. Deswegen haben wir gemeinsam mit der Stadtplanung Wien die Studie ‚Masterplan Klimawandelanpassung Neubau‘ mit dem Schwerpunkt Begrünung der Straßenräume in Auftrag gegeben. So wissen wir, wo welche Maßnahmen die größte Wirkung erzielen können“, so Markus Reiter, Bezirksvorsteher Neubau.

Mit dem Masterplan gegen Hitze in der Innenstadt

Der ‚Masterplan Klimawandelanpassung Neubau‘ wurde von der DnD Landschaftsplanung durchgeführt. Eine umfassende Bestands- und Potenzialanalyse wurde für Neubau ausgearbeitet. In einem ersten Schritt wurden die Herausforderungen eines gründerzeitlich geprägten Bezirks und der Klimakrise herausgearbeitet, um dann im zweiten Schritt die Potenziale für mehr Grün im öffentlichen Straßenraum zu identifizieren und ihre Dringlichkeit mit Hilfe der sozialen Infrastrukturen räumlich zu verorten. In einem dritten Schritt wurden die Möglichkeiten der Aktivierung und Machbarkeit (Maßnahmen-Baukasten) aufgezeigt. Anna Detzlhofer von DnD dazu: „Wir haben erhoben, was es braucht, um die Straßen im 7. nachhaltig abzukühlen. Baumpflanzungen sind dabei noch immer das wirkungsvollste Mittel, wir können aber verschiedene Möglichkeit nutzen, um mit vielen kleinen Maßnahmen, spürbare Abkühlung für die BewohnerInnen in die überhitzten Innenstadtstraßen zu bringen.“ Mit der Studie wurden Vorschläge erarbeitet, wie man auch in der Bestandsstadt mehr Grün und weniger Grau schaffen kann und wie man auch in kommenden, heißen Sommern in Neubau, durchatmen und nachts besser schlafen kann.

12 Punkte Programm der Straßenraumqualitätsoffensive

1. Möglichst viele (große) Bäume
2. Großzügige, begrünte Baumscheiben
3. Helle und wasserdurchlässige Beläge
4. Mindestbreiten bei Gehsteigen
5. Bewässerte Grünelemente
6. Ausreichend Sitzgelegenheiten
7. Konsumfreie Zonen mit Beschattungselementen
8. Wasser als Gestaltungs- und Kühlelemente
9. Hydranten mit Trinkwasseraufsatz
10. Umfangreiche Fahrradabstellanlagen
11. Fassadenbegrünungen
12. Grün-Standards bei Neubebauungen

Mikroklima Simulation Kirchengasse

Anhand der Kirchengasse im 7. Bezirk wurde durch den Stadtklimatologen Simon Tschannett von Weatherpark in Zusammenarbeit mit DnD Landschaftsplanung weiterführende Simulationen durchgeführt. Die Kirchengasse wurde für die Simulation ausgesucht, da die bevorstehenden Bautätigkeiten durch den U-Bahn-Bau in der Kirchengasse und die Auswirkungen für das gesamte Siebensternviertel eine einmalige Chance bieten, dieses weitgehend versiegelte Quartier klimafit neu zu gestalten. Die Simulation verdeutlicht die Auswirkungen verschiedener Begrünungsvarianten (von klassisch zu maximal bis zu radikal) auf die Hitzeentwicklung. „Eine ‚radikale‘ Variante mit 41 Bäumen (statt 0 im Bestand) und mit 857m2 Pflanzbeeten (statt 0 im Bestand) würden eine lokale Reduktion der gefühlten Temperatur um bis zu 15°C bringen. Die Hitze unter Tags wird durch den Schatten der Bäume stark gelindert. Die entsiegelten Flächen im Zusammenspiel mit den Bäumen tragen mit Verdunstungskühle zu niedrigeren gefühlten Temperaturen bei. Stimmt man also verschiedene Begrünungsmaßnahmen mit den umliegenden Gebäuden (Schattenwurf) ab, ermöglicht das eine kühle Oase in der heißen Stadt zu schaffen“, so Tschannett.

Begrünungsprogramm 2020

Das Ausbauprogramm der ‚Kühlen Zone Neubau‘ für 2020 umfasst nicht nur die Fertigstellung der Pionierprojekte wie die Kühle Meile Zieglergasse und die Kühle Begegnungszone Neubaugasse, sondern noch zahlreiche weitere Projekte. Noch in diesem Jahr folgen 19 Baumpflanzungen in der Kandlgasse, 10 in der Neustiftgasse, 6 in der Wimbergergasse und am Urban-Loritz-Platz, 14 in der Schottenfeldgasse. Beim Burggassenanger wird aus einer Nebenfahrbahn ein neuer attraktiver Platz mit 6 großkronigen Bäumen und einer niveaugleichen Pflasterung entstehen. Im Mai startet das Planungsverfahren für die Neugestaltung der Zollergasse zwischen Mariahilfer Straße und Lindengasse. Markantestes Merkmal werden die Begrünungselemente und 9 Baumpflanzungen in der Straßenmitte sein.

Dazu kommen zahlreiche Begrünungen durch Grünbeete und Baumtröge, wie in der Faßziehergasse, dem Jenny-Steiner-Weg und in der Neustiftgasse, wo das Pflanzen von Bäumen wegen des begrenzen Platzes nicht möglich war. Auch eine Erweiterung der Begegnungszone Neubaugasse von der Burggasse bis zur Lerchenfelder Straße wird noch 2020 geplant. Die Umsetzung soll 2021 erfolgen. Im Mai werden erste Informationsformate für AnrainerInnen und UnternehmerInnen stattfinden.

Für näheren Infos zur gesamten Studie wenden Sie sich an [lena.koehler@wien.gv.at] (mailto:lena.koehler@wien.gv.at)

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