Home Schooling für Flüchtlingskinder: Ohne Unterstützung geht es nicht | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Home Schooling für Flüchtlingskinder: Ohne Unterstützung geht es nicht

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Wien (OTS) – Routine ist alles! Für die Büffelböcke des Flüchtlingsprojekts Ute Bock gilt dies genauso wie für alle anderen von der Situation Betroffenen. Die Kinder der Lernbetreuung werden in diesen Zeiten nicht allein gelassen!

Wie in den Medien bereits aufgegriffen wurde, ist das Home Schooling für Kinder aus bildungsfernen und finanziell eingeschränkten Familien eine besondere Herausforderung. Wenn dann noch Sprachbarrieren dazu kommen, wird es heikel. Die Schulen werden noch eine Weile geschlossen bleiben, die Bildungsschere wird sich dadurch auch entlang von Einkommensgrenzen vergrößern. Für die Kinder der Schwächsten der Gesellschaft geht es um nicht weniger als ihre Zukunft.

Dies will das Flüchtlingsprojekt Ute Bock so nicht zulassen. Das Team des Ute Bock Bildungszentrums bringt vollen Einsatz, um die tägliche Lernroutine der Kinder aufrecht zu erhalten: Alle Kinder und deren Eltern wurden in den letzten Wochen von ihrer Hortleiterin Edita Jung direkt telefonisch kontaktiert, um ihnen die Relevanz ihrer Übungsaufgaben zu vermitteln. Schließlich handelt es sich nicht um freiwillige Übungen, sondern um Aufgaben, die benotet werden. Der Kontakt zu den Eltern in ihrer Erstsprache ist hier besonders wichtig, denn Kindern entfällt dieses Detail gerne oder es geht in der Übersetzung verloren.

Wie von der Lernbetreuung gewohnt, sollen die Kinder jeden Nachmittag zwischen 14 und 16 Uhr ihre Aufgaben machen. Diese Regelmäßigkeit ist wichtig, denn es ist unrealistisch, dass liegengebliebene Aufgaben am Wochenende oder kurz vor Schulbeginn geblockt nachgeholt werden. Die gelösten Aufgaben werden dann abfotografiert und per WhatsApp an Edita Jung bzw. die thematisch zugeordneten Ehrenamtlichen geschickt.

Warum WhatsApp? Bei dieser App handelt es sich um den kleinsten gemeinsamen Nenner. Bei den Klient*innen des Vereins können keine Computer oder Mailadressen vorausgesetzt werden, doch Handys sind für Geflüchtete essentiell. Der kostenlose Messenger-Service wird bereits von den meisten Kindern genutzt. Bei den anderen wurde es nun auch aktiviert. Die Kinder können Bilder ihrer bearbeiteten Aufgaben schicken, Edita Jung und die Ehrenamtlichen geben Feedback. Die Videofunktion hilft, um besonders komplizierte Themen wie mathematische Formeln direkt zu erklären. Bis 17 Uhr haben alle Kinder Rückmeldung zu ihren Aufgaben und können ihre Fehler korrigieren.

„Es ist besonders wichtig, die Kinder in dieser Zeit zu motivieren“, sagt Hortleiterin Edita Jung. „Deswegen gebe ich ihnen regelmäßig positives Feedback, erinnere sie aber auch tagtäglich daran, wann die Lernzeit wieder beginnt. Sie brauchen diese Routine.“

Es ist viel Einsatz gefragt – von allen Seiten. Aber nur so lässt sich garantieren, dass sich die Schulschließungen nicht negativ auf die Bildungschancen der Kinder auswirken.

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