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Pflegekräfte: Wo bleibt Ausbildungsoffensive des Bundes?

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Klagenfurt (OTS) – Den Startschuss für eine Pflegeausbildung an sechs kirchlichen Schulstandorten feiert ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann als großartigen Erfolg: „Angesichts der Tatsache, dass Österreich bis 2030 zusätzlich 75.000 Pflegekräfte benötigt, ist dieser ,Startschuss‘ nicht mehr als der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein“, kritisiert die Kärntner Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner. „Den Schulversuch als Ausbildungsoffensive zu bezeichnen, ist lächerlich. Österreichweit gesehen ist es bestenfalls ein erstes Mosaiksteinchen.“

Bereits im Vorjahr hatte Prettner bei der Gesundheitsreferentenkonferenz einen Antrag auf Installierung einer BMHS-Pflegeausbildung an öffentlichen Schulen eingebracht. Dieser wurde von allen Bundesländern einstimmig angenommen. „Unverständlicherweise wurde er vom ÖVP-Bildungsministerium abgelehnt“, kann Prettner das Nein nicht nachvollziehen. „Wir haben nur das Okay bekommen, Pilotprojekte an privaten kirchlichen Einrichtungen zu starten – die Kosten sind aber von den Ländern selbst zu tragen.“ Das sei zwar besser als nichts, aber angesichts der Herausforderungen viel zu wenig.

Kärnten ist bei besagtem Schulversuch federführend mit zwei Standorten dabei: „In Klagenfurt und Villach wird das Land das Projekt finanzieren. Laut Bildungsministerium ist der Pilotversuch auf sieben Jahre begrenzt, dann soll evaluiert werden – und erst dann könnte eine Ausweitung auf das öffentliche Schulwesen erfolgen. „Im Klartext heißt das: Die ÖVP würde erst frühestens im September 2027 die Pflegeausbildung an öffentlichen BMHS erlauben: Die ersten Absolventen hätten wir dann im Sommer 2032. Das sagt eigentlich alles darüber aus, um wie viel zu spät es ist“, warnt die Kärntner Gesundheitsreferentin.

Prettner appelliert: „Der Bund kann sich nicht länger mit wortreichen Ankündigungen über tatsächliche Probleme drüberschwindeln. Die Herausforderungen in der Pflege verlangen nach konkreten Handlungen. Eine Ausbildungsoffensive sieht jedenfalls anders aus, als nur 180 Schülern in ganz Österreich eine BHS-Pflegeausbildung zu ermöglichen.“ Die Weigerung der ÖVP, dieses Modell an öffentlichen Schulen zuzulassen, sei „nicht nur kurzsichtig, sondern brandgefährlich angesichts der Tatsache, dass wir innerhalb der nächsten zehn Jahre weitere 75.000 Pflegekräfte benötigen.“

(Schluss)

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