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Bundeswettbewerbsbehörde will Gesundheit dem Wettbewerb opfern

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Wien (OTS) – Mit ihrem Ansinnen mehr Wettbewerb im österreichischen Gesundheitssystem einzuführen, setzt die Bundeswettbewerbsbehörde die Gesundheit der Österreicherinnen und Österreichern auf Spiel. „Profitmaximierung im Gesundheitswesen führt vor allem zu einer Verschlechterung der Versorgung. Was die Wettbewerbsbehörde vorschlägt heißt: die Apotheken opfern, damit die Ärzte mehr verdienen“ ist Mag. Jürgen Rehak, Präsident des Österreichischen Apothekerverbands, erschüttert von den Aussagen Theodor Thanners. „Thanner bringt die Schweiz als Beispiel, obwohl er wissen sollte, dass genau dort die Versorgung schlechter ist, bei gleichzeitig höheren Kosten“ warnt Rehak vor den absehbaren Auswirkungen dieser Forderungen.

„Wenn der Grund dafür ist, dass Ärztinnen und Ärzte nicht aufs Land wollen, weil sie dort zu wenig verdienen, muss sich die Krankenkasse darum kümmern. Das ist nicht die Aufgabe einer Wettbewerbsbehörde“ stellt Rehak klar.

„Thanner setzt mit seinem Ansinnen eine seit 750 Jahren gültige Grundregel aufs Spiel: der, der verschreibt soll nicht an dieser Verschreibung verdienen“ erklärt Rehak das bewährte und EU-weit gültige Prinzip der Aufgabenteilung zwischen Apotheker- und Ärzteschaft. Nicht umsonst hat der Verfassungsgerichtshof schon 1998 festgestellt: Die sogenannte Hausapotheke ist lediglich eine Notabgabestelle für Medikamente. Als optimale Lösung für die Versorgung der Menschen mit Arzneimitteln taugt sie nicht.

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