VSV/Kolba: Spritverbrauch-Märchen bei Hybrid-Autos | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

VSV/Kolba: Spritverbrauch-Märchen bei Hybrid-Autos

0 310

Wien (OTS) – Die Spritverbrauch-Märchen sind ausgerechnet bei Hybrid-Autos besonders dreist, die als besonders umweltfreundlich gelten. Dies zeigen Studien des International Council on Clean Transportation (ICCT) und der Arbeiterkammer auf. „Ausgerechnet bei Hybrid-Pkw klaffen die offiziellen Hersteller-Angaben und die echten Straßenwerte besonders weit auseinander – um 48%“, kritisiert Peter Kolba vom Verbraucherschutzverein (VSV). Das ist eine viel größere Kluft als im Durchschnitt, der 39% ausmacht“, so Kolba. „Bei uns werden diese Hybrid-Autos, die einen extrem niedrigen CO2 Verbrauch nur vorgaukeln, auch noch extra gefördert. Das ist der Gipfel des Unverstands“, so Kolba.

Hybrid bedeutet, dass in diesen Autos zusätzlich zum herkömmlichen Antrieb (Benzin, Diesel) auch noch eine elektrische Batterie eingebaut ist. Der Verbrennungsmotor lädt mit seiner überschüssigen Energie die Akkus auf. Die Steuerung des Autos entscheidet selbst, wann die Batterie und wann der herkömmliche Antrieb zugeschaltet wird. Bei niedrigen Geschwindigkeiten in der Stadt ist der elektrische Antrieb viel effizienter als der benzingetriebene, bei langen Fahrten hingegen Diesel oder Benzin.

Bei den sogenannten Voll-Hybriden (HEV) gibt es einen kleineren elektrischen Akku, ausschließlich vom (Benzin, Diesel) Verbrennungsmotor aufgeladen wird. Somit kann das Autos beim langsamen Fahren in der Stadt, wenn der Benzinantrieb besonders ineffizient ist, batteriegetrieben fahren und bei Langstrecken auf den Verbrennungsmotor umschalten, der bei solchen Strecken effizienter ist. Beim Plug-In-Hybride (PHEV) ist diese Batterie viel größer. Man kann von außen mit einem Stecker aufladen, sodass diese Fahrzeuge imstande sind, längere Strecken elektrisch – und damit umweltfreundlicher – zu fahren. So entstand die Illusion, dass diese Fahrzeuge viel weniger Sprit verbrauchen und sohin umweltfreundlicher sind.

Dem ist nicht so. Die Effizienz eines Plug-in-Hybrides hängt also komplett davon ab, wo man fährt. Bei Langstrecken greift der Akku kaum (nur beim Beschleunigen), bei Stadtfahrten hingegen öfters.

Das Problem: bei der Typisierung von Plug-in-Hybriden im Labor wird das Fahrzeug zweimal getestet, einmal nur mit Batterie, einmal nur mit herkömmlichen Antrieb (Benzin, Diesel). Beide Ergebnisse werden zusammen gezählt und durch die insgesamt gefahrenen Kilometer dividiert. Der Clou: die mit Batterie gefahrenen 11 Kilometer ergeben für CO2 eine glatte Null, weil kein CO2 anfällt. Die mit dem herkömmlichen Antrieb gefahrene Strecke von 25 km (das ist die Zeit, in der sich die Batterie wieder aufladen soll) werden mit dem jeweiligen CO2 Ausstoß multipliziert. Der so errechnete Wert wird nicht durch 25 km dividiert, sondern durch die gesamten 36 km. So kommt ein viel niedriger Wert heraus.

„Diese Berechnungsformel ist vorgeschrieben und daher keineswegs illegal“, hält Kolba fest. Aber sie führt dazu, dass der tatsächliche Sprit-Verbrauch auf der Straße extrem unterschätzt wird und den Käufern vorgegaukelt wird, sie seien sehr CO2 schonend unterwegs.

„Politik und Autoindustrie sind mehr als gefordert, diese Tricks sein zu lassen und endlich eine klare und richtige Verbraucherinformation zu bieten. Tun sie das nicht, wird bald jedes Vertrauen von Verbrauchern verspielt sein,“ sagt Peter Kolba abschließen.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender. Verbraucherschutzverein

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.