Neues Volksblatt: "Ungeist" von Markus EBERT | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Neues Volksblatt: „Ungeist“ von Markus EBERT

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Linz (OTS) – Wenn es der SPÖ nach einer besonders menetekelhaften Formulierung gelüstet, dann verwendet sie gerne das Wort „Konzern“. SPÖ-Geschäftsführer Max Lercher etwa hat zuletzt recht inflationär vom „Konzernkanzler“ gesprochen, wenn er Regierungschef Sebastian Kurz gleichsam als Büttel der kapitalistischen Unternehmenslenker denunzieren wollte. Auch im Zusammenhang mit der CETA-Debatte war die SPÖ bemüht, warnend den Zeigefinger vor den internationalen Konzernen zu erheben, die es sich zulasten des ausgebeuteten Proletariats richten können, wie sie es brauchen. Offenbar setzt die größte Oppositionspartei — immerhin geführt vom ehemaligen Chef des Verkehrskonzerns ÖBB — in ihrer nicht sehr differenzierten ökonomischen Argumentation darauf, dass der Großteil der Menschen wirtschaftlich nicht sonderlich gebildet ist.
(Was — nur nebenbei bemerkt — in einem Land, das in Schulbüchern Globalisierungsgegner auf eine Stufe mit Ökonomen von Weltruf stellt, auch gar keine falsche Annahme sein muss.)
Natürlich sind Vereinbarungen wie das Freihandelsabkommen CETA für viele Menschen eine schwer verständliche Kost. Weshalb es umso mehr die Aufgabe einer verantwortlichen Politik sein müsste, nicht Kapital aus dieser Unwissenheit schlagen zu wollen, sondern aufklärerisch tätig zu sein. Aber der Ungeist des Chlorhuhns ist offenbar nicht auszurotten.

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